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Tag 08

Grindavík, Blue Lagoon & Whalewatching

Im Morgengrauen

Die Isländer haben ein Händchen für wunderschöne Weihnachtsbeleuchtung. Heute fuhren wir wieder zeitig los – noch vor Sonnenaufgang.

In der Dunkelheit gab es noch die hübschen Lichter zu sehen. Das machten wir uns gleich zu Nutze und fuhren eine Runde durch Selfoss, um die Weihnachtsdekorationen noch einmal zu bewundern.

Für den heutigen Tag war eine Fahrt nach Westen geplant. In das Vulkangebiet bei Grindavík. Außerdem wollten wir schauen, ob wir etwas von der berühmten blauen Lagune sehen können, ohne die Thermalbäder zu besuchen.

Und zum krönenden Abschluss unseres achten Tages auf Island, haben wir nochmal eine Whalewatching-Tour gebucht. Diesmal mit dem Plan, dass Cindy sich ganz vorn im Boot positioniert und den Platz auch nicht mehr verlässt.

Grindavík – Leben am Rand der Lava

Im Januar 2024 spürte Grindavík die rohe Kraft der Erde, denn Lava floss vom Sundhnúkur-Krater direkt auf den Stadtrand zu und zerstörte dort einige Häuser.

Die kleine Hafenstadt Grindavík liegt auf der vulkanisch aktiven Reykjanes-Halbinsel. Unter der Oberfläche verlaufen Spalten, durch die Magma aus dem Erdinneren aufsteigen kann. In den letzten Jahren kam es hier immer wieder zu Vulkanausbrüchen, bei denen glühende Lava über die Landschaft floss.

Wenn Lava aus einem Vulkan austritt, ist sie zunächst über 1.000 °C heiß und fließt wie ein zäher, rot glühender Strom über das Land. Beim Abkühlen erstarrt sie zu schwarzem Gestein und bildet neue Lavafelder – eine Landschaft, die typisch für Island ist.

Ende Dezember 2023 begann die neue Eruptionsserie am Sundhnúkur-Kraterzug, zunächst nördlich von Grindavík. Anfang Januar 2024 verschob sich die Aktivität näher an die Stadt. Am 14. Januar 2024 erreichte die Lava den Stadtrand von Grindavík und beschädigte mehrere Häuser. Die Bewohner erlebten die Naturgewalt aus nächster Nähe, während Straßen gesperrt und Schutzmaßnahmen organisiert wurden.

Unser Guide von der Polarlicht-Tour erzählte uns, dass die Regierung Grindavík komplett schließen möchte. Viele Einwohner wären schon weggezogen, anderen bietet die Regierung Geld dafür, dass auch sie Grindavík verlassen.

In der Tat wirkte Grindavík auf uns schon sehr verlassen. Aber an einigen Häusern standen noch Autos oder weihnachtliche Dekorationen, was auf eine bewohnte Gegend hinwies.

Es ist irgendwie beeindruckend, zu sehen, wie Teile von Rohbauten, Mauern und Zäunen teilweise in Lava eingeschlossen sind. Oder wenn sich quer über eine Straße ein Riss gebildet hat, aus dem nun schwarzes Lava-Gestein herausquillt. Die Gefahr war hier definitiv vorhanden.

Blue lagoon

Schon von außen beeindruckt die Blaue Lagune mit ihrem leuchtend blauen Wasser und der vulkanischen Umgebung.

Auch ohne einen Besuch der Thermenanlage hinterließ die Blaue Lagune einen bleibenden Eindruck bei uns. Wir fuhren auf den Parkplatz und hofften etwas zu sehen. Und während Tim noch dachte, dass es gar nichts zu sehen gibt, hat Cindy schon blaues Wasser entdeckt.

Nur wenige Schritte mussten wir vom Parkplatz aus gehen und konnten die typischen milchblauen Wasserflächen sehen, die von schwarzen Lavafeldern umgeben sind.

Für uns reichte der kurze Fotostopp, um die Atmosphäre einzufangen, wenngleich Tim im Nachhinein schon gern einmal in einer heißen Quelle gebadet hätte.

Und wieder in Reykjavík

Nachdem wir die beeindruckende Kraft der Lava in Grindavík und die schöne blaue Lagune besichtigt haben, fuhren wir weiter nach Reykjavík, wo wir heute nochmal eine Whalewatching-Tour gebucht hatten.

Diesmal hatten wir die Tour auf einer kleinen Yacht gebucht. Mit nur wenigen Menschen an Board ging es heute aufs Wasser und wir hofften, wieder ein paar Buckelwale sehen zu können. Und wir wurden reichlich belohnt. Es waren mehrere Wale in der Faxaflói-Bucht, die auch immer wieder auftauchten und zwischen den Beobachtungsschiffen herumschwammen.

Übrigens: Früher jagten die Walfänger auch in der Faxaflói-Bucht. Das führte immer mehr zu Konflikten mit dem Ökotourismus der Walbeobachtungstouren. Daher wurde die Faxaflói-Bucht zum Walschutzgebiet erklärt. Damit war der Walfang hier nicht mehr rentabel und es ist ein sicheres Gebiet für die Wale geschaffen worden.

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