Tag 03
Silvesternacht, Seljalandsfoss und Skogafoss
Feuerwerk über Reykjavík
Es war auf dem Roadtrip in Griechenland, als ich schaute, wo man zu Silvester in Reykjavík die beste Aussicht auf das Feuerwerk haben könnte.
Und direkt als erster Vorschlag kam ein Angebot von GetYourGuide: Silvester-Feuerwerkskreuzfahrt in Reykjavík.
Wir waren sofort Feuer und Flamme und haben ohne lange nachzudenken, dieses Abenteuer einfach gebucht.
Rechtzeitig zur Abfahrt des Bootes waren wir da und wir wurden nicht enttäuscht! Es war einfach ein fantastischer Blick auf das Feuerwerk. Am Anfang der Fahrt haben wir auch noch einen Wal gesehen, der sich im Hafenbecken tummelte.
Übrigens: In Island werden hauptsächlich Raketen verkauft. Die Einnahmen gehen an gemeinnützige Rettungs- und Suchorganisationen. Klassische Böller sind im Land kaum erhältlich.
Guten Morgen Neues Jahr – guten Morgen Seljalandsfoss
Der Seljalandsfoss ist ziemlich bekannt. Es führt ein kleiner Pfad hinter ihm entlang, so dass man hier hinter dem Wasserfall stehen kann. Das gibt ein tolles Selfie-Motiv. Da es hier aber wieder sehr glatt, windig und kalt war, haben wir allerdings darauf verzichtet. Schon bei der Anfahrt haben wir von Weitem den Wasserfall entdeckt.
Das Wasser fällt hier etwa 60 Meter aus einer Klippe herab. Vor langer Zeit war diese Klippe die Küstenlinie.
Der Wasserfall entspringt dem Fluss Seljalandsá, der seinen Ursprung im Gletscher Eyjafjallajökull hat – dem Vulkan, der 2010 so weltberühmt wurde, als sein Ausbruch eine riesige Aschewolke verursachte, die den europäischen Flugverkehr für mehrere Tage lahmlegte.
Majestätischer Wasserfall: Der Skógafoss
Wir fuhren weiter in Richtung Osten. An einer kleinen Schotterstraße hielten wir an, weil wir hier einen wunderbaren Fernblick auf den Wasserfall Skógafoss hatten. „Skógafoss” bedeutet übrigens „Waldwasserfall”.
Dieser stürzt hier ca. 60 Meter in die Tiefe. Und das über eine erstaunliche Breite von ca. 25 Metern, was ihn zu einem der imposantesten Wasserfälle von Island macht.
Auch der Skógafoss ist – wie der Seljalandsfoss – unterhalb des Eyjafjallajökull an der ehemaligen Steilküste.
Neben dem Wasserfall führt ein Trekkingpfad hinauf. So kann man den Skógafoss aus einer anderen Perspektive sehen.
Eine Sage erzählt, dass der erste Wikinger-Siedler einen Schatz in einer Höhle hinter dem Wasserfall vergraben hat. Ein isländischer Junge soll diesen Schatz Jahre später entdeckt haben. Als er nach der Truhe griff, verschwand diese aber.
Weiterer Weg durch die Landschaft
Nach den beiden Wasserfällen fuhren wir über Umwege in der schönen Landschaft wieder in die Richtung unserer Unterkunft.
Auf dem Weg dahin sahen wir noch Island-Pferde und Tim flog nochmal mit seiner Drohne, um die spektakuläre Landschaft festzuhalten.
Die Wege abseits der Straße forderten zum ersten Mal unser 4×4-Allrad-Auto heraus. Sie waren durch gefrorenen Matsch so extrem holprig, dass wir nur ganz langsam voran kamen. In Schrittgeschwindigkeit schaukelten wir über die tiefen Spurrillen und hofften, dass das Auto hoch genug ist, um keinen Schaden zu nehmen. Zum Glück war es so kalt, dass der Matsch gefroren war. Ansonsten hätten wir diese Wege gar nicht befahren können.
Vor unserem Urlaub hatten wir gelesen, dass man unbedingt darauf achten sollte, den Tank nicht zu leer zu fahren. Es gibt hier Gebiete, in denen man lange auf die nächste Tankstelle warten muss. Daher hatten wir stets ein Auge auf unsere Tankfüllung.
Und als wir auf dem Weg zur Tankstelle – gefühlt kilometerweit – über die wirklich schlechte Hoppel-Straße gefahren sind, standen wir vor einer Schranke und mussten den ganzen Hoppel-Weg zurück.
Endlich Polarlichter
Die Polarlichter gehören zu den faszinierendsten Naturphänomenen, die man in Island erleben kann. In klaren, dunklen Winternächten erscheinen sie plötzlich am Himmel und beginnen sich hin und her zu bewegen. Meist leuchten sie in einem intensiven Grün. Aber manchmal mischen sich auch zarte Töne von Rosa, Violett oder Weiß darunter – was wir aber leider nicht gesehen haben.
Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen der Sonne auf das Magnetfeld der Erde treffen und mit den Gasen in der Atmosphäre reagieren.
Leichte Polarlichter kann man nur durch die Kamera sehen. Wenn sie stärker werden, gibt es so einen leichten hellen Schimmer. Und mit etwas Glück sind sie so stark, dass man sie mit dem bloßen Auge farbig am Himmel tanzen sehen kann!
Wenn man das Glück hat, Polarlichter zu sehen, kann man überhaupt nicht mehr wegschauen. Man steht da und starrt in den Himmel.
Einfach ein magischer Moment. Glück pur.
